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All you need is love – Eine kleine Philosophie der großen Gefühle.

 

Inhalt: Obwohl Liebe gewissermaßen ein überzeitliches Phänomen darstellt, haben Menschen
unterschiedliche Vorstellungen davon, was Liebe eigentlich ausmacht. Liebe ist eine Relation
zwischen einem Subjekt und einem Objekt, sie kann, muss aber nicht wechselseitig sein, sie
kann, muss aber nicht glücklich machen, sie kann andauern, aber auch schwinden, sie kann
sich wandeln, wenn Subjekt und/oder Objekt sich ändern. Einige Menschen betonen das
Gefühl der wechselseitigen Geborgenheit, andere verlangen nach Leidenschaft. Das Konzept
der romantischen Liebe, wie wir sie heute verstehen wollen, ist eine vergleichsweise neue
Idee. Unsere Vorstellungen von Liebe sind immer noch erheblich von sozialen, kulturellen
und ökonomischen Aspekten bestimmt, auch wenn wir uns in der Wahl unserer Partner frei
fühlen.
Die philosophischen Theorien untersuchen die Liebe darum aus verschiedenen Perspektiven.
So lässt sich Liebe zum einen als Emotion deuten und als evaluative und motivationale
Antwort auf ein Objekt. Das meint, dass Liebe als Wertschätzung einer Person für ihre
spezifischen Qualitäten beschrieben werden kann. Liebe kann zum anderen aber auch als
Wille, Vereinigung oder Wert aufgefasst werden. Die Vorstellung von Vereinigung, von der
die Aristoteles spricht, intendiert, dass Liebe in dem Bedürfnis besteht, eine Vereinigung zu
einem «Wir» einzugehen. Einige Philosophen erklären diese Vereinigung mit den gleichen
Interessen, Sorgen oder Angelegenheiten der Partner. Andere Philosophen führen hingegen
als Erklärung das Bedürfnis an, sich um einen geliebten Menschen kümmern zu wollen.

Jede Liebe ist letztlich einzigartig und kostbar.

 

Methode: Wir führen Online-Treffen auf BigBlueButton (zunächst bis 31.01.2021, ggf. bis
Juli 2021) durch, es findet ein Treffen pro Monat statt, und zwar immer sonntags, 16:00 bis
max. 19:00 Uhr. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Philosophie zu Beginn
des Labjahres steht die Liebe als Thema im Mittelpunkt der weiteren AG-Treffen, die unter
verschiedenen Aspekten jeweils mittels zweier Klassiker der Philosophie betrachtet wird. Ein
AG-Treffen gestaltet sich wie folgt: Nach einer jeweils viertelstündigen Einführung in Leben
und Werk zweier Denker durch zwei MentorInnen folgt eine je 30-60-minütige gemeinsame
Lesung und Besprechung von thematisch einschlägigen Auszügen aus Originaltexten der
beiden Philosophen durch TeilnehmerInnen und MentorInnen. Vielleicht gelingt es uns, dem
Geheimnis der Liebe auf die Spur zu kommen.

 

„Erklär mir, Liebe!“
Ingeborg Bachmann (1926 - 1973)

 

 

08. November 2020

Lebst du noch oder philosophierst du schon? – Ein erster Einstieg in die Welt der Philosophie.
Katrin Platzer & Markus Thiemel

 

06. Dezember 2020
Liebe als Weltzugang:
Platon: Symposion & Max Scheler: Ordo Amoris
Sven Jandric & Katrin Platzer

 

24. Januar 2021
Liebe als Tugend:
Thomas von Aquin: De virtutibus & Josef Pieper: Alles ist Liebesglück
Rosario Trischitta & Valerie Kahlbaum

 

14. März 2021
Liebe als Gabe:
Jean-Luc Marion: Das Erotische. Ein Phänomen & Paul Ricœur: Liebe und Gerechtigkeit
Sven Jandric & Jannik Stichs

 

28. März 2021
Liebe als Weg zu Gott:
Augustinus: De doctrina christiana & Anders Nygren: Eros und Agape
Markus Thiemel & Patrick Locher

 

02. Mai 2021
Liebe als Fürsorge:
Harry G. Frankfurt: Gründe der Liebe & Robert Nozick: Vom richtigen, guten und
glücklichen Leben

Rosario Trischitta & Nanina Föhr

 

13. Juni 2021
Liebe als Kulturvariable:
Michel Focault: Der Gebrauch der Lüste & Martha Nussbaum: Konstruktion der Liebe, des
Begehrens und der Fürsorge
Nicholas Nägele & Jannik Stichs

 

04. Juli 2021
Liebe als soziale Beziehung:
Niklas Luhmann: Liebe. Eine Übung & Eva Illouz: Der Konsum der Romantik
Nicholas Nägele & Valerie Kahlbaum